Bewegung ist Leben

Es ist diese Leichtigkeit,

die in den Bildern

Leibergs ­begeistert

Helge Leiberg steht nicht vor der Leinwand — er tanzt. Lässt die Farbe mit dem ­chinesischen Pinsel auf das feste Papier klatschen und erfreut sich daran, dass die Spritzer direkt in das Motiv eingearbeitet werden. »Bewegung ist etwas, das mich mein ganzes Leben lang verfolgt hat — im positiven ­Sinne«, sagt der Berliner Künstler. Der ist gerade in eine ehemalige Maschinenbaufabrik in Spandau umgezogen, draußen streifen immer wieder Füchse vorbei, drinnen wird es jetzt Ende Herbst doch eher frisch. »Wenn ich male, merke ich von der Kälte aber gar nichts«, sagt Leiberg.

Heute vertreiben gleich mehrere Galerien seine Werke, die Liste der Einzelaus­stellungen ist lang, Sorgen, von seiner Kunst nicht leben zu können, muss er sich nicht machen. Zu ausgefallen sind die Werke Leibergs, zu lebendig. Es sind manches Mal nur flüchtig wirkende Striche mit dem Pinsel, mit dem sich so herrlich dünn und dick in ­einer Bewegung malen lasse. Striche, aus denen ­Tänzerinnen, Musiker entstehen. Einer rot, einer schwarz, fertig. Es ist diese Leichtigkeit, die in den Bildern Leibergs ­begeistert, dieses Dahingehauchte, das so einfach aussieht und doch so schwer ist.

»Wenn ich anfange, dann sitze ich manchmal länger vor dem weißen Blatt und schaue ­einfach nur hin. Irgendwann ist dann die Idee da, kann es losgehen«, erzählt der 62-Jährige. Dann fliegen Farbe und Pinsel, dann entsteht Großformatiges, Buntes, ­Bewegendes, Lebendiges. Er mag die knallenden Farben, den Kontrast, das tiefe Schwarz, das sich im Rausch von gelb, blau und rot so wunderbar abhebt. Und doch kommt es immer wieder vor, »dass ich abends aus dem Atelier gehe und das ­Geschaffene wunderbar ­finde — und am nächsten Morgen wieder alles umreiße.«